Expedition ins Tierreich


17. Februar 2008 – 15. Juni 2008
Sprengel Museum HannoverSprengel Museum Hannover
Tiere gibt es seit jeher in der Kunst von den Höhlenmalereien bis zu zeitgenössischen Positionen. Mythen und Märchen sind untrennbar mit Tieren verbunden. Der böse Wolf oder der gestiefelte Kater haben ebenso unsere Vorstellungen und Bilder von Tieren geprägt wie die populären Bildergeschichten des Dschungelbuches, die Geschichten von Bambi oder Micky Maus. Gerade im Bewusstsein von Kindern ist das Fabelhafte und Märchenhafte zwischen Tier und Mensch erhalten geblieben, was nicht zuletzt die große Produktion der Stofftiere von Teddybären bis Giraffen zeigt. Das Tier ist Freund und Begleiter des Menschen, aber auch - und das zeigen vielfach Darstellungen in der Kunst - Vergleich und Maßstab für das Menschsein. Da Tiere bzw. Tierdarstellungen die Motivwelt und die Emotionalität von Kindern ansprechen, richtet sich die Ausstellung vor allem an sie.

Die Ausstellung „Expedition ins Tierreich“ ist zunächst eine Expedition zu und mit den Tierdarstellungen aus der Sammlung des Sprengel Museum Hannover mit der Konzentration auf skulptural-figurative Arbeiten - vom komischen Vogel Schacko von Kurt Schwitters über Tiergestalten von Niki de Saint Phalle zu Pferden von Marino Marini und einer Fledermaus von Germaine Richier. Diese Präsentation wird erweitert durch ausgewählte Arbeiten aktueller Kunst von Phillip Zaiser, Thomas Grünfeld und Zilla Leutenegger.

Mit Phillip Zaiser landet ein Schwarm Elstern im Museum. Diese Installation aus dem Jahr 2006 ist für die Ausstellung im Sprengel Museum Hannover durch eine große schwarze Elster erweitert worden. Diese riesige Holzskulptur ist vor Ort im Museum hergestellt worden.

Die Videoanimation von Zilla Leutenegger zeigt ein kleines Mädchen, das auf einen Stuhl steigt, um einen ausgewachsenen Bären zu küssen. Der Bär ist auf die Wand gezeichnet, während das Mädchen als Video an die Wand projiziert ist. Das „gefährliche“ Tier scheint gebändigt, und dennoch bleibt ein Spiel von Faszination, Angst und Übermut als Erfahrungsmoment in der Begegnung mit einem übergewaltigen Tier gegenwärtig.

Für die Kleinskulpturen von Marini, Sintenis, Hartung, Mataré u. a. aus der Sammlung wird in die Ausstellungshalle ein abgeschlossener Raum gebaut, der durch Schwarzlicht beleuchtet ist. Der Weg durch diesen Raum wird durch weiße „Fußstapfen“ markiert. Die einzelnen Kunstwerke sind auf weißen Flächen präsentiert. Um die Kunstwerke genau wahrzunehmen und damit zu „entdecken“, wird jedem kleinen und großen Besucher eine Taschenlampe mitgegeben. Dieses „Entdecken“ wird zu einem Spiel, das ein genaues Hinsehen und Erkennen der Skulpturen motiviert.

Ein bunter Drache, eine überdimensionale Fledermaus, der "komische Vogel Schacko", eine Giraffe, die auch ein Hirsch sein könnte, und ein Schaf, das eigentlich ein Hund ist, zeigen das Märchenhafte und Phantastische im Umgang mit der Tierwelt. Präsentiert werden Fabelwesen von Niki de Saint Phalle, Germaine Richier, Kurt Schwitters und Thomas Grünfeld. Die „misfits“ des Kölner Künstlers Thomas Grünfeld, die seit den 1990er Jahre entstehen, sind Zwitterwesen, hybride, anheimelnd-unheimliche Objekte aus dem Tierreich, die Tierexperimenten oder dem Genlabor zu entstammen scheinen. Es sind präzise gearbeitete Tierpräparate, die zu neuen Kreaturen zusammengesetzt wurden.

Neben der Präsentation der Kunstwerke ist innerhalb der Ausstellung ein Bereich entstanden, der den Kindern den Raum und die Möglichkeit bietet für eigenes Phantasieren, Erzählen und Erfinden.

Zur Ausstellung erscheint eine Publikation, die die Kunstwerke abbildet und vorstellt, aber auch den Kindern einen spielerischen Umgang mit Tieren ermöglicht.

Die Ausstellung wird durch die VGH-Stiftung gefördert.

 

 

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Niki de Saint Phalle
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