FIGUREN. Rineke Dijkstra und die Sammlung des Sprengel Museum Hannover

SPECTRUM Internationaler Preis für Fotografie der Stiftung Niedersachsen
27. Januar 2018 – 06. Mai 2018
Sprengel Museum HannoverSprengel Museum Hannover
Mit Rineke Dijkstra (*1959 in Sittard, Niederlande, lebt in Amsterdam) ehrt die Stiftung Niedersachsen eine der herausragenden Fotografinnen der Gegenwart. Dijkstras Werk nimmt in seiner formalen wie inhaltlichen Stringenz, in der Tiefe der fotografischen Auseinandersetzung mit dem klassischen Porträt, eine solitäre Position in der neueren Fotografie-Geschichte ein. Die Künstlerin erhielt im Oktober 2017 den legendären Hasselblad Award, ihr Gesamtwerk ist im Rahmen einer Retrospektive zu sehen, die vom Louisiana Museum of Modern Art in Humlebæk (DK) ausgeht. Darüber hinaus kann Dijkstra auf zahlreiche internationale Ausstellungen zurückblicken, u. a. im San Francisco Museum of Modern Art, dem Solomon R. Guggenheim Museum, New York, sowie der Tate Liverpool.
 
Für ihre Ausstellung im Sprengel Museum Hannover hat die Künstlerin nun erstmals eine Präsentationsform entwickelt, die auf einem Dialog von ausgewählten Werken ihres eigenen Œuvres mit Werken aus der museumseigenen Sammlung aufbaut: darunter Werke von Hans Arp und Max Beckmann, Fernand Legér und Kurt Lehmann, aber auch Fotografien von Ernst Schwitters. In der Konfrontation von Fotografien aus den frühen neunziger Jahren (z. B. die „Beach Portraits“) und aktuellen Arbeiten mit Gemälden und Skulpturen der Moderne eröffnet sich ein neuartiger Blick auf die spezifische Bildsprache der niederländischen Künstlerin. Zugleich können wichtige Werke der Sammlung noch einmal neu wahrgenommen werden.
 
Die Auswahl ihrer Porträts, die Dijkstra für die Präsentation im Sprengel Museum Hannover getroffen hat, macht deutlich, wie sehr sich viele der Dargestellten eines Vorgangs des Fotografiert-Werdens bewusst sind. In den Fotografien ist es die Spannung zwischen dem Ideal der entspannten Selbstdarstellung und der angespannten Pose, dem Exhibitionismus und der Verdinglichung einer durch die Optik der Kamera bewussten Haltung, die zu dem komplexen Bild eines Individuums wird.

Rineke Dijkstra betrachtet die Fotografie als eine Möglichkeit, sich mit grundsätzlichen Fragen menschlicher Existenz auseinanderzusetzen. Die Fotografie ist dabei Beobachtungs- und Erkenntnismittel. Das genaue und detailinteressierte Sehen, das sie in ihren mit Großformat- oder Videokamera entstehenden Bildern zum Nachvollzug anbietet, offenbart die ständige Wandelbarkeit des menschlichen Seins.
 
Die Auszeichnung mit dem SPECTRUM – Internationaler Preis für Fotografie der Stiftung Niedersachsen würdigt die stilbildende Kraft dieses Œuvres und die künstlerische Konsequenz, mit der Rineke Dijkstra die Auseinandersetzung mit dem fotografischen Porträt in ihren filmischen Arbeiten fortführt.



Zur Eröffnung und Preisverleihung am Freitag, 26. Januar 2018, 19 Uhr, laden wir Sie bereits jetzt herzlich ein.

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