Marc, Macke und Delaunay. Die Schönheit einer zerbrechenden Welt (1910 – 1914)


29. März 2009 – 09. August 2009
Sprengel Museum HannoverSprengel Museum Hannover
Franz Marc, August Macke und Robert Delaunay: In einer einzigartigen Zusammenstellung hochkarätiger Gemälde und Arbeiten auf Papier zeigt die Ausstellung das überaus spannungsvolle Zusammenspiel der drei Künstler aus Deutschland und Frankreich. Sie begegneten sich im Vorfeld des Ersten Weltkriegs, und die zunehmend prekärer werdende politische Situation ließ ihnen nur wenig Zeit, ihre kühnen Farb- und Formvisionen zu entwickeln, mit denen sie nichts weniger als die Malerei neu erfinden wollten.

Obwohl die persönlichen Beziehungen der drei Künstler unterschiedlich intensiv waren, da sie an wechselnden Orten lebten, Geldnöte die Reisemöglichkeiten beschränkten, Sprachbarrieren bestanden oder auch der Grad der gegenseitigen Sympathie schwankte, blieb das gemeinsame, verbindende Thema ihrer Kunst das Licht, seine Auffächerung und die damit verbundene Steigerung und Entfaltung der Farbenergie. Mit zunehmend differenzierteren, komplementären und simultanen Farbkontrasten erwirkten sie eine Vitalisierung des Bildes und eine Aktivierung des betrachtenden Auges, wobei jeder der drei Künstler trotz großer Sympathie für die Werke des jeweils anderen eine eigene Haltung und Handschrift entwickelte.

Robert Delaunay (1885-1941) war für Franz Marc (1880-1916), vor allem aber für August Macke (1887-1914) der Impulsgeber. Am nachhaltigsten und prägendsten beschäftigte sich Delaunay mit dem Phänomen farbiger Facettierungen. Am Motiv der lichtbrechenden Fensterscheiben erprobte er die Spannung und Entspannung dissonanter und konsonanter, komplementärer und nichtkomplementärer Farben. In den "Fenster-Bildern", in denen Delaunay das simultane Sehen selbst zum Thema machte, verschwanden die realen Gegenstände fast gänzlich.

August Macke lernte den Künstlerkollegen während eines Aufenthaltes in Paris im Oktober 1912 kennen. Die Bewunderung für Robert Delaunay wurde jedoch schon früh durch ein Eiffelturm-Gemälde von 1910/11 geweckt, das im Almanach "Der Blaue Reiter" abgebildet war. Bereits aus der ersten Begegnung erwuchs nicht nur eine freundschaftliche Beziehung zwischen den beiden Männern und ihren Familien, sondern auch eine äußerst anregende und produktive Debatte über Kunstfragen, die sich in einem engagierten Briefwechsel niederschlug und gleich drei malerische Phasen bei Macke beeinflusste: die Schaufensterbilder, die abstrakten Bilder und die Farbkreise.

Zuvor hatte Macke seine Ansichten über die konstruktive und dynamische Wirkung der Farben vor allem in Gesprächen und Briefwechseln mit Franz Marc reflektiert. Aber auch Marc partizipierte an der neuen Freundschaft Mackes und entwickelte seinerseits in den berühmten Tierbildern die Farbakkorde, die als Zeichen für das Geistige der Dinge stehen.
Der Austausch der drei Protagonisten hätte kaum entstehen und auf solch produktive Weise verlaufen können ohne die Mitwirkung von zahlreichen Freunden, Bekannten, Kritikern und Sammlern - Mediatoren, die zwischen den Kunstrichtungen, aber auch den Nationen und Sprachen vermittelten. Zu nennen ist vor allem Sonia Delaunay, die durch ihre Herkunft die Sprach- und Kulturgrenze überwand, selbst vielfältige Kontakte pflegte und selbst eine anerkannte Künstlerin war. Aber auch Paul Klee, Wassily Kandinsky und die Mitglieder des Blauen Reiters; Frauen aus dem Umfeld der russischen Avantgarde wie Elisabeth Iwanowna Epstein, Alexandra Exter und Natalia Gontcharowa; Sammlerpersönlichkeiten wie Bernhard Koehler und Adolf Erbslöh. Diesen Vermittlern des Austauschs wird ein Teil der Ausstellung gewidmet sein, aber auch ausgewählten Vorläufern und Vorbildern wie etwa George Seurat, Pablo Picasso, Umberto Boccioni. Flankiert werden diese ausgesuchten Einzelwerke von richtungweisenden Frühwerken der drei Protagonisten aus den Jahren zwischen 1905 und 1910.

Die Ausstellung umfasst rund 90 Gemälde und rund 100 Aquarelle und Zeichnungen, ein umfangreicher reich bebilderter Katalog erscheint.


enercity ist der exklusive Partner der Ausstellung „Marc, Macke und Delaunay.
Die Schönheit einer zerbrechenden Welt (1910 – 1914)“.


Weitere Informationen unter:
www.marc-macke-delaunay.de

 

 

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