„Es scheint, dass die Kindheit nicht jenes selige Idyll ist, zu dem wir es nachträglich entstellen.“
Sigmund Freud
Die Ausstellung richtet den Blick auf Darstellungen von Kindern, wie die Künstler sie von der Jahrhundertwende um 1900 bis nach dem Ersten Weltkrieg mit ihren stilistischen und technischen Mitteln auf vielfältige Weise erfasst haben. Die Kinderbildnisse sind geprägt von der gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Situation, in der die Kinder leben, aber auch von den Vorstellungen vom Kindsein. Neben einer Idealisierung und Ästhetisierung der Kindheit gab es um 1900 insbesondere eine Tendenz zur kritischen Reflexion der Situation von Kindern.
Die Verletzbarkeit und das Flüchtige des Kindseins beschreiben auf eindringliche Weise Werke von u. a. Max Liebermann, Lovis Corinth, Heinrich Zille, Paula Modersohn-Becker, Käthe Kollwitz, Emil Nolde, Edvard Munch, August Macke, Max Beckmann, Kurt Schwitters und Wilhelm Lehmbruck bis hin zu Fidus (Hugo Höppener). In der Wilhelminischen Zeit trat in Bildern von u. a. Max Liebermann, Lovis Corinth und Max Slevogt das behütete, weitgehend dem bürgerlichen Milieu entstammende Kind in Erscheinung, während Werke von Heinrich Zille und Käthe Kollwitz eine andere Realität zeigen, geprägt von sozialem Elend. Die Kinderbildnisse von Paula Modersohn-Becker zeigen die elementare Wesenhaftigkeit der Bauernkinder in ihrer ländlichen Umgebung. Den Darstellungen sind Natürlichkeit und Ursprünglichkeit zueigen, sie stehen ebenso wie die Werke Emil Noldes für eine fröhliche, unbefangene Kindheit. Im Zuge einer lebensreformerischen Bewegung in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg, die sich allem Elementaren und Ursprünglichen zuwandte, wurden in Kindern und Jugendlichen die Hoffnungsträger einer besseren Zukunft gesehen. Diese Idee verdichtete sich etwa in den Darstellungen von Fidus. Die Werke geben Hinweise auf den gesellschaftlichen und individuellen Umgang mit Kindern und präsentieren in ihrer stilistischen Vielfalt zugleich die gesamte Bandbreite des künstlerischen Ausdrucks um die Jahrhundertwende.
Zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher Katalog mit zahlreichen farbigen Abbildungen, den Sie hier bestellen können.
Bitte beachten Sie unsere geänderten Eintrittspreise. Im Eintrittspreis ist die Ausleihgebühr für den Audioguide „Der Blick auf Fränzi und Marcella. Zwei Modelle der Brücke-Künstler“ enthalten. Auch Werke aus der Ausstellung „KINDER. Darstellung um 1900“ werden besprochen.
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Die Verletzbarkeit und das Flüchtige des Kindseins beschreiben auf eindringliche Weise Werke von u. a. Max Liebermann, Lovis Corinth, Heinrich Zille, Paula Modersohn-Becker, Käthe Kollwitz, Emil Nolde, Edvard Munch, August Macke, Max Beckmann, Kurt Schwitters und Wilhelm Lehmbruck bis hin zu Fidus (Hugo Höppener). In der Wilhelminischen Zeit trat in Bildern von u. a. Max Liebermann, Lovis Corinth und Max Slevogt das behütete, weitgehend dem bürgerlichen Milieu entstammende Kind in Erscheinung, während Werke von Heinrich Zille und Käthe Kollwitz eine andere Realität zeigen, geprägt von sozialem Elend. Die Kinderbildnisse von Paula Modersohn-Becker zeigen die elementare Wesenhaftigkeit der Bauernkinder in ihrer ländlichen Umgebung. Den Darstellungen sind Natürlichkeit und Ursprünglichkeit zueigen, sie stehen ebenso wie die Werke Emil Noldes für eine fröhliche, unbefangene Kindheit. Im Zuge einer lebensreformerischen Bewegung in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg, die sich allem Elementaren und Ursprünglichen zuwandte, wurden in Kindern und Jugendlichen die Hoffnungsträger einer besseren Zukunft gesehen. Diese Idee verdichtete sich etwa in den Darstellungen von Fidus. Die Werke geben Hinweise auf den gesellschaftlichen und individuellen Umgang mit Kindern und präsentieren in ihrer stilistischen Vielfalt zugleich die gesamte Bandbreite des künstlerischen Ausdrucks um die Jahrhundertwende.
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