Die Ausstellung „Der Blick auf Fränzi und Marcella. Zwei Modelle der Brücke-Künstler“ ist den zwei jugendlichen Modellen aus Dresden, Fränzi und Marcella, gewidmet, die Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel und Max Pechstein in vielen Gemälden aus den Jahren 1909 bis 1912, in farbigen Blättern und einer fast unüberschaubaren Anzahl von Zeichnungen abgebildet haben.
Die Künstlergruppe „Brücke“ wurde im Jahre 1905 in Dresden gegründet. Den Künstlern ging es darum, Kunst vom Ballast der Tradition zu befreien und die engen Grenzen der bürgerlichen Lebensweise und Moral abzuschütteln, um ihr Ziel einer „unverfälschten“ Kunst zu erreichen.
Wesentlich in der Arbeit der Brücke-Künstler war das Aktzeichnen, das auch als Protest gegen die statische Form des Aktstudiums zu sehen ist, die auf eine fast fotografisch genaue Wiedergabe des Menschen den größten Wert legte. Um dieser Genauigkeit aus dem Wege zu gehen und sich in der schnellen Erfassung des Wesentlichen bei einem Modell zu üben, führten die Brücke-Künstler die „Viertelstundenakte" ein: die Modelle wechselten alle Viertelstunde ihre Position, eine ideale Vorübung für das Zeichnen von Menschen in Bewegung. So entstanden sowohl im Atelier von Kirchner als auch an den Moritzburger Teichen hunderte von schnell gezeichneten Skizzen, die später auch als Vorlage für Gemälde oder für druckgrafische Blätter herangezogen wurden.
Im Zentrum der Ausstellung steht das wechselseitige Verhältnis zwischen Maler und Modell, das sich im Falle der beiden Mädchen aus den verschiedensten Aspekten zusammensetzt. Anhand der ausgestellten Arbeiten verdeutlicht sich der zunehmende Stilwechsel der Künstler zwischen 1909 und 1912, aber auch der Einfluss, den die Persönlichkeit der Modelle, ihre nicht posierende Unbekümmertheit, ihre Lebendigkeit und ihre auffallende Präsenz in Atelier und freier Natur auf den Stil und die Kunst der Maler hatten. Die Ausstellung trägt mit ihrem zentralen Thema zugleich zum Verständnis des sozialen und kulturellen Umfelds der Brücke-Künstler bei.
Präsentiert werden rund 170 Gemälde und Zeichnungen aus zahlreichen nationalen und internationalen Museen und von privaten Leihgebern.
Zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher Katalog mit zahlreichen farbigen Abbildungen, den Sie hier bestellen können.
Private Gruppenführungen können bei Frau Pfeifer, Telefon: 0511/ 168 4 46 46 oder E-Mail gebucht werden.
Die Ausstellung wird von der Nord-LB und der Niedersächsischen Sparkassenstiftung unterstützt.
Bitte beachten Sie unsere geänderten Eintrittspreise. Im Eintrittspreis ist die Ausleihgebühr für den Audioguide enthalten.
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Die Künstlergruppe „Brücke“ wurde im Jahre 1905 in Dresden gegründet. Den Künstlern ging es darum, Kunst vom Ballast der Tradition zu befreien und die engen Grenzen der bürgerlichen Lebensweise und Moral abzuschütteln, um ihr Ziel einer „unverfälschten“ Kunst zu erreichen.
Wesentlich in der Arbeit der Brücke-Künstler war das Aktzeichnen, das auch als Protest gegen die statische Form des Aktstudiums zu sehen ist, die auf eine fast fotografisch genaue Wiedergabe des Menschen den größten Wert legte. Um dieser Genauigkeit aus dem Wege zu gehen und sich in der schnellen Erfassung des Wesentlichen bei einem Modell zu üben, führten die Brücke-Künstler die „Viertelstundenakte" ein: die Modelle wechselten alle Viertelstunde ihre Position, eine ideale Vorübung für das Zeichnen von Menschen in Bewegung. So entstanden sowohl im Atelier von Kirchner als auch an den Moritzburger Teichen hunderte von schnell gezeichneten Skizzen, die später auch als Vorlage für Gemälde oder für druckgrafische Blätter herangezogen wurden.
Im Zentrum der Ausstellung steht das wechselseitige Verhältnis zwischen Maler und Modell, das sich im Falle der beiden Mädchen aus den verschiedensten Aspekten zusammensetzt. Anhand der ausgestellten Arbeiten verdeutlicht sich der zunehmende Stilwechsel der Künstler zwischen 1909 und 1912, aber auch der Einfluss, den die Persönlichkeit der Modelle, ihre nicht posierende Unbekümmertheit, ihre Lebendigkeit und ihre auffallende Präsenz in Atelier und freier Natur auf den Stil und die Kunst der Maler hatten. Die Ausstellung trägt mit ihrem zentralen Thema zugleich zum Verständnis des sozialen und kulturellen Umfelds der Brücke-Künstler bei.
Präsentiert werden rund 170 Gemälde und Zeichnungen aus zahlreichen nationalen und internationalen Museen und von privaten Leihgebern.
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