Zwischen den Zeilen. Kunst in Briefen von Niki de Saint Phalle bis Joseph Beuys


10. Mai 2017 – 27. August 2017
Sprengel Museum HannoverSprengel Museum Hannover
Der Brief als Kommunikationsmittel zwischen Freunden und Verwandten ist beinahe ausgestorben. Heutzutage werden Briefe überwiegend als amtliches Schreiben oder in Form der Rechnung versendet. Liebevolle Grüße per Brief und Postkarte werden höchstens nur noch zu Geburts- und Feiertagen verschickt.

Die Ausstellung Zwischen den Zeilen widmet sich diesem fast vergessenen Medium Brief. Gezeigt werden namhafte Künstler aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die das kommunikative Potenzial von Briefen und Postkarten mit ihrem individuellen künstlerischen Ausdruck verbinden.

Einen Schwerpunkt der Werkschau bilden die liebevoll illustrierten Briefzeichnungen von Niki de Saint Phalle (1930-2002), die vor allem für ihre fröhlich-bunten, opulenten Frauenskulpturen, den Nanas, bekannt ist. Jene Figuren finden sich auch in ihren Briefen wieder, erzählen Geschichten von Hoffnung und Enttäuschung, von Liebe und Wut. Die Verknüpfung von Text und Illustration ist einzigartig und gibt tiefe Einblicke in die Gedanken, Emotionen und Selbstzweifel der Künstlerin frei. Einen anderen Ansatz verfolgt hingegen Günther Uecker (*1930), der in einer Briefserie das eigentlich Notwendige für die Kommunikation – die Schrift – in ein unleserliches, informelles Bild verwandelt. Joseph Beuys (1921-1986) lässt statt vieler Worte das Material für sich sprechen und fertigt Briefe und Postkarten aus Schwefel, Metall und Filz in hoher Auflagenzahl, um sie als Vehikel seiner Ideen möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen. Einen solchen konzeptuellen Ansatz verfolgt auch Sophie Calle (*1953), die mit ihrem im Sprengel Museum Hannover gezeigten Werk einen schmerzhaften, an sie adressierten Brief verarbeitet und sich dadurch selbst therapiert.

Diese und viele weitere zeitgenössische Künstlerpositionen werden in der Ausstellung Zwischen den Zeilen präsentiert und vermitteln die Vielfalt der Möglichkeiten von Briefen und Postkarten.

Die Ausstellung und ein Ankauf für die grafische Sammlung des Museums werden gefördert durch die Deutsche Bank.

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