Fotografie und Medien

Sprengel Museum HannoverSprengel Museum Hannover
1972 gründeten die Fotografen Peter Gauditz, Joachim Giesel und Heinrich Riebesehl gemeinsam mit einer Gruppe hannoverscher Berufsfotografen mit der Spectrum Photogalerie eine der ersten Fotogalerien Europas. 1979 wurde diese in das neu eröffnete Sprengel Museum Hannover integriert. Ausstellungen von Hein Gorny, Umbo, Weegee, Raoul Hausmann, Ralph Gibson, Andreas Feininger, Joel Sternfeld, Robert Capa, William Eggleston, Martin Parr, Michael Schmidt, Gundula Schulze u. v. a. verdankten sich bis in die frühen 1990er Jahre ehrenamtlichem Engagement und wechselnden Gastkuratoren.
 
1992 übergaben Ann und Jürgen Wilde ihre umfangreiche Privatsammlung als Dauerleihgabe an das Sprengel Museum Hannover.
 
Ein Jahr später wurde unter Leitung von Thomas Weski eine Abteilung für Fotografie und Medien eingerichtet, der seit 2001 Inka Schube vorsteht.

Seit 1993 werden regelmäßig Erwerbungen für die Sammlung Fotografie und Medien getätigt. Es wird langfristig an der Bildung von Werkgruppen internationaler Fotografinnen und Fotografen ab Mitte der 1970er Jahre gearbeitet. Die zeitgenössische und historische Fotografie wurde seitdem in zahlreichen Präsentationen gezeigt, darunter Einzelausstellungen zum Werk von u. a. El Lissitzky, Gisèle Freund, John Gossage, Nicholas Nixon, Alexander Rodtschenko, Judith Joy Ross, Thomas Ruff, Stephen Shore, Stephan Balkenhol, Max Baumann, Lutz Dammbeck, Luc Delahaye, Hans-Peter Feldmann, Thierry Geoffroy-Colonel, Helga Paris, Boris Mikhailov, Shirana Shahbazi, Heidi Specker und Nomeda und Gediminas Urbonas.
 
Während der Weltausstellung EXPO 2000 zeigte das Sprengel Museum Hannover in Kooperation mit der EXPO 2000 Hannover GmbH und mit Unterstützung der Niedersächsischen Sparkassenstiftung die große Ausstellung „How you look at it - Fotografien des 20. Jahrhunderts“.

Große Einzelausstellungen zur zeitgenössischen Fotografie wurden 1995 in Zusammenarbeit mit dem Museum of Modern Art, New York, unter dem Titel „Einheit“ von Michael Schmidt sowie anlässlich der Verleihung des „Spectrum“ Internationaler Preis für Fotografie der Stiftung Niedersachsen an Robert Adams (1995 ), Thomas Struth (1997), John Baldessari (1999), Sophie Calle (2002), Martha Rosler (2005) und Helen Levitt (2008) veranstaltet.

Aus der ca. 1.500 Originalfotografien umfassenden Dauerleihgabe Ann und Jürgen Wilde wurden zwischen 1993 und 2009 vielfältige Ausstellungen zum Schaffen von Albert Renger-Patzsch und Karl Blossfeldt sowie Sammlungspräsentationen mit Werken von Aenne Biermann, Florence Henri, David Hockney, Germaine Krull, Duane Michals, August Sander, Friedrich Seidenstücker und anderen ausgerichtet. Jochen Lempert, Christopher Muller und Heidi Specker waren geladen, Ausstellungen mit eigenen Arbeiten und Werken aus der Dauerleihgabe zu entwickeln. Nach der dialogisch konzipierten Präsentation „Fotografie trifft Malerei“ in der Sammlung der Klassischen Moderne präsentiert das Sprengel Museum Hannover im Jahr 2010 als vorläufigen Schlusspunkt dieser Zusammenarbeit in einer Ausstellung „Die Schenkung Ann und Jürgen Wilde“.
 
Im August 2000 wurde das Archiv des Fotografen Heinrich Riebesehl (1938-2010) vom Land Niedersachsen erworben und ein Jahr später dem Sprengel Museum Hannover als Dauerleihgabe übergeben. Eine Website zum Archiv Heinrich Riebesehl befindet sich in Vorbereitung. Es umfasst ca. 3.700 Fotografien, dazu Negative und Kontaktabzüge, Publikationen, Plakate und verschiedene Dokumente aus den Jahren 1958 bis 1997. 2004 zeigte das Sprengel Museum Hannover unter dem Titel „Heinrich Riebesehl. Fotografische Serien 1963-2001“ eine umfangreiche Werkschau.
 
Über diese Ausstellungsaktivitäten hinaus kombiniert das Museum in seiner ständigen Sammlung immer wieder Fotografien mit Werken anderer Kunstformen: Otto Dix und August Sander, Karl Blossfeldt und Hans Arp, Hilla und Bernd Becher, Donald Judd und Sol LeWitt, Nicholas Nixon und Felix Gonzalez-Torres, Anna und Bernhard Johannes Blume und Richard Deacon, Laurence Weiner und Michael Schmidt. Auch die unter Einbeziehung der Malerei von Wolfgang Tillmans eingerichtete Sprengel Installation (+4), eine Erwerbung des Vereins der Freunde des Sprengel Museum Hannover, sowie die von Thomas Ruff eingerichtete Sammlungspräsentation sind Beispiele für Ausstellungen, die auf den Dialog ausgerichtet sind. Viele der Präsentationen werden von teils umfangreichen Publikationen begleitet.
 
Seit 2001 werden in der ‚Blue Box’ regelmäßig Film- und Videoarbeiten vor allem jüngerer Künstlerinnen und Künstler präsentiert.
 
Das Sprengel Museum Hannover gehört mit diesen Aktivitäten zu der kleinen Zahl europäischer Museen moderner Kunst, die kontinuierlich Fotografie als Kunstform ausstellen, sammeln und in ihre ständige Sammlung integrieren.

Weitere Informationen:
Inka Schube
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