10.-12.09.2015: Objektivität und Imagination

Naturgeschichte in der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts
Sprengel Museum HannoverSprengel Museum Hannover
Eine interdisziplinäre Tagung des Sprengel Museum Hannover und der Hochschule Hannover in Kooperation mit dem Niedersächsischen Landesmuseum Hannover

Hannover, Sprengel Museum Hannover, 10.-12. September 2015


Konzept und Organisation

Annerose Kessler, M.A.
Hochschule Hannover
Fakultät III – Medien, Information und Design
Expo Plaza 2, 30539 Hannover
Tel.: 0511 9296 – 2333
E-Mail

Dr. Isabelle Schwarz
Sprengel Museum Hannover
Kurt-Schwitters-Platz
30169 Hannover
Tel.: 0511 168 4 39 24
E-Mail


Anmeldung

Die Teilnahme an der Tagung ist kostenfrei. Um Anmeldung wird gebeten unter

tagung.naturgeschichte@web.de

Bitte teilen Sie uns außerdem mit, ob Sie an der Führung durch die Sammlung am Donnerstag, 10. September (Beginn um 13.40 Uhr) teilnehmen möchten. Die Anmeldung zur Führung ist für Vortragende frei. Kostenbeitrag für Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Tagung: 2 Euro.


Tagungskonzept

Im Zentrum dieser interdisziplinären Tagung steht die Verbindung zwischen Kunst und Naturkunde während des 20. und 21. Jahrhunderts. Der Wissenskomplex der Naturgeschichte umfasst die Vielfalt der belebten und unbelebten Natur und ihrer Präsentationsformen. Die Tagung widmet sich dem Nachleben und Eigenleben der naturkundlichen Darstellungstraditionen in ihren Aneignungen durch die Kunst. Sie thematisiert die wechselseitige Beeinflussung von naturwissenschaftlichen und ästhetischen Bildstrategien ebenso wie die Grenzen ihres Zusammenwirkens.


Ziele der Tagung

Ziel der Tagung ist es, die Wechselwirkungen zwischen Naturgeschichte und Kunst im 20. Jahrhundert und bis heute unter der Perspektive erkenntnistheoretischer und ästhetischer Zusammenhänge im Rahmen der aktuellen interdisziplinären Forschung zu untersuchen.

Mit ihrem Thema bewegt sich die Tagung im aktuellen Diskurs, wie zahlreiche nationale und internationale Ausstellungen und Tagungen zum Forschungsfeld Natur und Kunst belegen. Der Fokus auf die Naturgeschichte stellt sich in diesem Kontext als Forschungsdesiderat dar, dem die Tagung begegnen möchte, denn bislang sind zur Naturgeschichte in der Kunst ausschließlich Einzelstudien zum Werk von Künstlerinnen und Künstlern entstanden.

Die folgenden Aspekte sollen besonders fokussiert werden:

Die Herausgabe einer Publikation mit allen Beiträgen der Tagung ist für Ende 2016 geplant.

Die Tagung umfasst eine Exkursion in das Niedersächsische Landesmuseum Hannover unter der Leitung von Frau Dr. Annette Richter, Oberkustodin für Naturkunde im Landesmuseum. Im Zentrum des Rundgangs stehen Fragen nach aktuellen und historischen Präsentationsformen einer naturkundlichen Sammlung, auch im Spiegel und als Gegenstand der künstlerischen Praxis.

Es besteht für die Tagungsteilnehmerinnen und -teilnehmer die Möglichkeit, während der Tagung an einer Kurzführung durch die Sammlung des Sprengel Museum Hannover unter dem Aspekt der Naturgeschichte teilzunehmen.


Inhaltliche Ausrichtung der einzelnen Sektionen

Einführung und Grundlagen


Einführend sollen Grundbegriffe der jeweiligen Disziplinen definiert, Schlüsselwerke in der Kunst beispielhaft benannt und das Spannungsfeld zwischen der Visualisierung objektiver Naturbeobachtungen und imaginären Vorstellungen – vor dem jeweils zeitgenössischen Hintergrund – eröffnet werden.

Medien und Techniken der Aufzeichnung und ihre Bedeutung für künstlerische und naturkundliche Erkenntnisprozesse

Empirische Beobachtungsinstrumente und Aufzeichnungsmedien rücken für naturkundliche Erkenntnisprozesse und die künstlerische Praxis ins Zentrum der Betrachtung. Welchen Einfluss haben bildgebende Verfahren der Wissenschaft auf die Kunst, und welchen Einfluss nehmen wiederum künstlerische Techniken und Sichtweisen auf wissenschaftliche Darstellungsformen? Befragt wird das Verhältnis von Objektivität und Subjektivität und ihre traditionelle Zuschreibung zu Wissenschaft und Kunst.

Adaption von Ordnungs- und Wirkungsprinzipien der Natur/Naturgeschichte durch die Kunst

Von Beginn an haben Menschen Logik und System in der Natur zu entdecken versucht. Die Vorstellung von einer Ordnung der Lebewesen, ihre Einteilung in Arten und damit die Frage nach einer ihr zugrunde liegenden Systematik wurden zum Thema der Naturgeschichte. Untersucht wird die Wirkmacht naturkundlicher Ordnungssysteme auf die heutige Naturerfahrung und das Formenrepertoire der Kunst sowie die künstlerische Visualisierung wissenschaftlicher Erkenntnisse. Darüber hinaus stellt sich die Frage, inwieweit Naturkunde eine Inspirationsquelle für andere Fachgebiete sein kein, die der Kunst nahestehen oder eine künstlerische Praxis für sich beanspruchen, beispielsweise Design und Architektur.

Die Rolle des Künstlers als naturkundlicher Forscher

Im Zentrum dieser Sektion steht der Typus des Künstler-Forschers oder research artist von der Moderne bis heute. Künstlerinnen und Künstler haben Strategien naturwissenschaftlicher Bereiche adaptiert und sie in eine eigenstände Form von Forschung, Experiment und Analyse übersetzt. Ihr Versuch, sich der Welt und der Natur durch Beobachtung und Darstellung anzunähern, sie durch künstlerische Praktiken zu begreifen, zu ordnen und zu durchdringen, entspricht jedoch nur zum Teil den Herangehensweisen der wissenschaftlichen Naturforschung und Objektivierung. Es stellt sich die Frage, inwieweit die künstlerische Arbeit unter diesen Vorzeichen eine neue, teilweise fiktive und der künstlerischen Imagination entspringende Naturgeschichte hervorbringt.

Naturkundliche Präsentationsformen und ihr Einfluss auf die künstlerische Praxis

In dieser Sektion sollen Wirkung und Einfluss naturkundlicher Präsentationsformen – sei es in Naturkundemuseen oder in wissenschaftlichen Lehrsammlungen, seien es innovative interaktive Inszenierungen oder museale Dioramen – im Hinblick auf die Kunst analysiert werden. Ein Aspekt ist die künstlerische Auseinandersetzung mit den dort anzufindenden Anordnungssystemen und Modellen.

Neuschöpfungen von Naturgeschichte

Die Erschließung neuer Forschungsgebiete hat die gegenseitige Durchdringung von Naturgeschichte und Künstlichkeit mit ethischen Fragestellungen unter neue Vorzeichen gesetzt. Es geht um Verfahren, die mit großen gesellschaftlichen Erwartungen und Kontroversen verknüpft sind, wie Stammzellenforschung, Klonisierung, Gentransfer und Resurrection Biology. Heute sind Neuschöpfungen von Naturgeschichte, wie sie die Kunst seit Jahrhunderten als ‚Monstren‘ und Chimären zum Thema gemacht hat, wissenschaftliche Realität und finden ihre künstlerische Neuauflage nicht nur in der ‚Genetischen Kunst’. Auch die interdisziplinär orientierten Formen des Bio Hacking und der Bio Art haben sich in den letzten Jahren in der Kunstszene formiert. Abschließend wird die Bedeutung diskutiert, die Künste und Wissenschaften füreinander haben, hinsichtlich neuer Impulse, dem Transfer von Wissen und Kreativität und nicht zuletzt für den Anstoß zum Anders-Denken.

Tagungsprogramm mit Zeitplan entnehmen Sie bitte dem PDF.

Mit freundlicher Unterstützung der Stiftung Niedersachsen und der Hochschule Hannover.

Hochschule Hannover

Stiftung Niedersachen

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