Schenkung Niki de Saint Phalle

Sprengel Museum HannoverSprengel Museum Hannover
„I am honored and happy that the Sprengel Museum Hannover has accepted my donation. I have a great admiration for the museum and a very special feeling for Hannover.“

Mit diesen Worten übereignet Niki de Saint Phalle am 19.11.2000 der Stadt Hannover für das Sprengel Museum Hannover mehr als 400 ihrer Werke. Das Konvolut umfasst von den frühen Assemblagen über die Schießbilder, Skulpturen und Zeichnungen alle wesentlichen Schaffensphasen bis in die 1980er Jahre. Das Sprengel Museum Hannover hat die Arbeiten in einer großen Ausstellung unter dem Titel „La Fête. Die Schenkung Niki de Saint Phalle“ zu Beginn des Jahres 2001 präsentiert.

1969 hatte Niki de Saint Phalle eine ihrer ersten großen Ausstellungen im Kunstverein Hannover. 1974 stellte sie drei monumentale „Nanas“ an das Leineufer im Zentrum Hannovers und löste eine öffentliche Debatte aus, die Niki de Saint Phalle nicht nur als „the battle“ in Erinnerung geblieben ist, sondern ihre Arbeiten am Ende auf breiter Basis durchsetzen sollte. 1981 folgte eine große Retrospektive im Sprengel Museum Hannover. Als die Stadt 1999 beschloss, drei Grotten in den frisch renovierten Herrenhäuser Barockgärten von Künstlerhand gestalten zu lassen, kam nur Niki de Saint Phalle in Frage.

Dass sie einen Großteil ihrer Werke dem Sprengel Museum Hannover überlässt, ist für die Stadt und das Haus ein Glücksfall. Denn man kann wohl ohne Übertreibung sagen, Niki de Saint Phalle ist eine Jahrhundertkünstlerin. Sie hat nicht nur den Formen- und Ausdruckskanon während der Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg mit erweitert und geprägt, sie ist auch im besten Sinne populär, wie sonst wohl nur Picasso. Wenige Jahre nachdem die Autodidaktin auf den Spuren von Jean-Jacques Rousseau, Max Ernst, Pablo Picasso und Jean Dubuffet zu zeichnen und zu malen begonnen hatte, fand sie Anschluss an die Künstlergruppe „Nouveaux Réalistes“. Ihr Chargieren zwischen privater Ikonographie und radikaler politischer Aussage traf den Nerv der Zeit. Vor allem ihre Schießbilder und -aktionen, wenn sie „weiß-gekleidet wie eine vestalische Jungfrau“ weibliche Albträume und männliche Rationalität niederschoss, fokussierte das Interesse der Öffentlichkeit auf die Künstlerin. Mit den Nana-Skulpturen antizipierte Niki de Saint Phalle Mitte der 1960er Jahre die aufkeimende Frauenbewegung. Durch die Signifikanz der Skulpturen und die schlüssige Legierung von Form und Inhalt gelangte sie gleichzeitig weit über den Feminismus hinaus zu einer ganzheitlichen Lebens- und Kunstauffassung, die sie mit ihrem Golem-Haus, den Architekturprojekten und Filmen und zuletzt in ihrem Tarot-Garten in der Nähe von Grosseto Gestalt werden ließ.
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Niki de Saint Phalle
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