Wenn wir dich nicht sehen,
siehst du uns auch nicht.
Timm Rautert
Fotografien 1966–2006
25. November 2007 – 6. April 2008
Timm Rautert (*1941) hat die deutsche Fotografie der vergangenen Jahrzehnte
durch Veröffentlichungen im ZEITmagazin, Stern, GEO und zahlreichen anderen
Medien, durch die Präsenz seiner Arbeiten in Ausstellungen und in eigenen
Publikationen und nicht zuletzt durch seine Professur an der Hochschule
für Grafik und Buchkunst Leipzig (1993 – 2007) entscheidend mitgeprägt.
Das sich mit den Arbeitsprozessen immer schneller wandelnde Menschenbildnis
und die Befragung des fotografischen Verfahrens bilden das Zentrum seines
Interesses.
Schon während seines Studiums führen Rautert erste Auslandsreisen nach
Japan und in die USA. Reportagen entstehen und erste Bilder erscheinen
in deutschen Printmedien. Für das ZEITmagazin fotografiert er seit 1974
in enger Zusammenarbeit mit dem Journalisten Michael Holzach vorwiegend
sozialkritische Themen – bis zu Holzachs Unfalltod 1983. Ende der 1970er
Jahre publiziert die Zeitschrift GEO eine umfangreiche Reportage über
die in Kanada lebenden Hutterer – eine Fortführung seines Interesses
an isoliert lebenden religiösen Minderheiten: Bereits 1974 dokumentierte
er das Leben der Amish in Pennsylvania. Parallel zur journalistischen
Tätigkeit entstehen freie Projekte, wie Anfang der 1970er Jahre die Serie
über Andy Warhols Factory oder der Werkzyklus „Bildanalytische Photographie“.
Der Mensch im Arbeitsprozess ist ein zentrales Motiv im OEuvre Rauterts.
Eine erste Werkreportage führt Rautert als jungen Studenten 1968 in das
Porschewerk in Zuffenhausen/Stuttgart. Sein Interesse an der Produktion
führt ihn später auch zu High-Tech Firmen wie Siemens, Nixdorf oder Hoechst.
Dort, in den modernen, unterkühlt wirkenden Laborräumen, dokumentiert
Rautert das Verschwinden der menschlichen Arbeitskraft.
Vor dem Hintergrund der fortwährenden Infragestellung der Darstellungspotentiale
des Mediums changiert die Bildwelt von Timm Rautert zwischen verschiedenen
Feldern des Fotografischen. Sie bietet zudem Einblicke in die mentale
Geschichte der Bundesrepublik Deutschland.
Den Katalog zur Ausstellung ermöglichte die Alfried Krupp von Bohlen
und Halbach-Stiftung. Er umfasst 276 Seiten mit 71 farbigen und 120 s/w
Abbildungen und ist als Museumsausgabe für 29,-€ erhältlich.
Die Ausstellung wurde ermöglicht durch die Stiftung Niedersächsischer
Volksbanken und Raiffeisenbanken.
Begleitprogramm
Künstlergespräch
19. Februar, 18.30 Uhr
Bernd Künne im Gespräch mit Timm Rautert
Kuratorenführungen
29. Januar, 18.30 Uhr
1. April, 18.30 Uhr
Inka Schube
Seniorenprogramm
+ 60 - Kunst am Tage
9. und 16. Januar 2008, 10.15 - 11.30 Uhr
Fotografien von Timm Rautert
Inka Schube
Workshop für junge Leute
2. und 3. Februar 2008
Fotografische Porträts
Aline Gwose und Renate Dittscheidt-Bartolosch in Zusammenarbeit mit der
FSJ-Kultur
Anmeldung: Tel. (0511) 168 4 46 46
KunstSpielAktion in den Osterferien
11.. 12., und 13. März 2008, 14 - 16 Uhr
Bilder aus Licht und Schatten
Wie in den Anfängen der Fotografie werden wir Bilder mit der Lochkamera
einfangen und schwarz-weiße Abzüge im Labor entwickeln.
Für Kinder ab 8 Jahren
Anmeldung: Tel. (o511) 168 4 46 46
Gebühr: 16 €
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