Barbara Probst, Exposure #185, Munich, Nederlingerstrasse 68, 04.21.23, 2:35 p.m. 2023; Courtesy Galerie Kuckei & Kuckei, Berlin; © VG Bild-Kunst, Bonn 2024
BARBARA PROBST. SUBJECTIVE EVIDENCE
07. Oktober 202611.12.24 BIS 9.3.25
Das Sprengel Museum Hannover präsentiert in Kooperation mit dem Kunstmuseum Luzern und dem Contemporary Arts Center, Cincinnati, Ohio die Ausstellung „Subjective Evidence“ der international renommierten Fotografin Barbara Probst. 23 mehrteilige Arbeiten zeigt die Schau, die bis zum 9. März 2025 in vier Räumen präsentiert wird.
Barbara Probst
(*1964, München) gehört zu den bedeutendsten Vertreterinnen einer post-konzeptuellen Fotografie. Bekannt für ihre einzigartigen, mehrteiligen Fotografie-Serien, eröffnet sie neue Perspektiven auf die Wahrnehmung von Realität und die Rolle des fotografischen Bildes. Ihre Werke bestehen aus zeitgleich aufgenommenen Fotografien der identischen Szene, die aus unterschiedlichen Blickwinkeln entstehen. So werden scheinbar triviale Motive – wie ein Apfel oder ein Taxi – zu facettenreichen fotografischen Konstruktionen, die den Betrachtenden den selben Augenblick aus verschiedenen Perspektiven zeigen.
Der Ausstellungstitel „Subjective Evidence“ (subjektiver Beweis) hebt die zentrale Thematik von Probsts Ansatz hervor: die Subjektivität der Wahrnehmung. Die Künstlerin erinnert daran, dass Fotografie keine objektive Realität abbildet, sondern stets eine subjektiv geprägte Interpretation darstellt. Indem Probst die vermeintliche „Objektivität“ der Fotografie hinterfragt, regt sie zu einer kritischen Reflexion über das Medium an.
TECHNISCHE PRÄZISION UND KONZEPTUELLE TIEFE
Barbara Probst plant ihre mehrteiligen Werke akribisch mit zeichnerischen Skizzen, bevor sie die Szenen aus verschiedenen Winkeln gleichzeitig aufnimmt. Diese technische Präzision und ihr konzeptueller Ansatz erzeugen hyperinszenierte Realitäten, die ästhetisch eigenständig sind als auch intellektuell herausfordern. Ihre Arbeiten eröffnen Diskussionen über die Komplexität von Wahrnehmung und die Relativität von „Wirklichkeit“.
ÜBER DIE KÜNSTLERIN
Barbara Probst studierte zunächst Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste in München und an der Kunstakademie Düsseldorf, bevor sie sich der Fotografie zuwandte. Sie entwickelte einen unverwechselbaren Stil, der Skulptur, Fotografie und konzeptuelle Kunst miteinander verbindet. Ihre Werke wurden international in renommierten Museen und Galerien gezeigt und haben ihr weltweite Anerkennung eingebracht. Heute lebt und arbeitet sie in München und New York.
EXPOSURES
Barbara Probsts fotografisches Œuvre, bekannt unter dem Titel „Exposures“, begann im Jahr 2000 mit „Exposure #1“, das in der Ausstellung zu sehen ist, und wird fortlaufend weitergeführt. Der Begriff „Exposure“ (deutsch: Aufnahmen/Belichtungen) bezieht sich sowohl auf den fototechnischen Vorgang der Belichtung als auch auf die mehrteilige Struktur ihrer Werke. In vielen Arbeiten zeigt sich dies in einer blockartigen Anordnung der Fotografien. Ohne klare Leserichtung oder erkennbare Hierarchie fordern sie die Betrachtenden heraus, den Blick ständig neu einzustellen und die räumliche Szene intellektuell zu rekonstruieren.
KATALOG
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog bei Hartmann Books. Er enthält Texte von Fanni Fetzer, Kevin Moore und Stefan Gronert sowie ein Werkverzeichnis der seit 2000 entstandenen Bilder. Während der Ausstellung ist er für 39 Euro im Sprengel Museum Hannover erhältlich.
In Kooperation mit dem Kunstmuseum Luzern und dem Contemporary Arts Center, Cincinnati, Ohio
Kuratiert von Stefan Gronert
Foto: Barbara Probst, Exposure #185, Munich, Nederlingerstrasse 68, 04.21.23, 2:35 p.m. 2023; Courtesy Galerie Kuckei & Kuckei, Berlin; © VG Bild-Kunst, Bonn 2024
