Gemäldelager im Landesmuseum Hannover, Foto von Verena Meier

ARBEITSKREIS PROVENIENZFORSCHUNG e.V.

25. September 2026

Internationale Konferenz: Provenienzforschung (neu) verorten Arbeitskreis Provenienzforschung tagt in Hannover

Drei Tage, 19 Panels und zwei Workshops: Die Jahrestagung des Arbeitskreises Provenienzforschung e.V. widmet sich veränderten rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen des Fachs

Vom 3. bis 5. November 2026 richtet der Arbeitskreis Provenienzforschung e.V. (AKPF) seine Jahrestagung in Hannover aus. Unter dem Titel „Provenienzforschung (neu) verorten – Veränderte Rahmenbedingungen – neue Herausforderungen?“ diskutieren 77 Referent*innen aus Deutschland und zehn weiteren Ländern in 19 Panels und zwei Workshops die zentralen Entwicklungen des Fachs – von Raubgut und Restitution über internationale rechtliche Entwicklungen bis zu neuen digitalen Methoden.

Im Mittelpunkt der Tagung stehen aktuelle rechtliche und politische Veränderungen: Am 1. Dezember 2025 hat die Schiedsgerichtsbarkeit für NS-Raubgut ihre Arbeit aufgenommen; im Oktober 2025 verabschiedeten Bund, Länder und kommunale Spitzenverbände gemeinsame Leitlinien zum Umgang mit Sammlungsgut und menschlichen Überresten aus kolonialen Kontexten; seit Jahresbeginn 2026 wird die Provenienzforschung zu Kulturgutentziehungen in der SBZ/DDR erstmals eigenständig staatlich gefördert. Zugleich verändern digitale Infrastrukturen und künstliche Intelligenz die Forschungspraxis rasant. Der AKPF sieht die Provenienzforschung angesichts geschichtsrevisionistischer Angriffe durch populistische und rechtsextreme Kräfte zunehmend gefordert, ihre gesellschaftliche und wissenschaftliche Relevanz aktiv zu behaupten – die Tagung soll das Fach in diesem veränderten politischen und kulturellen Feld (neu) verorten und stärken.

Zentraler Austragungsort der Tagung ist das Sprengel Museum Hannover, wo am ersten und dritten Tag übergreifende Fragestellungen diskutiert werden. Am 3. November werden das Verhältnis der Provenienzforschung zur Erinnerungskultur sowie aktuelle Transformationen in der Provenienzforschung untersucht. Die Schiedsstelle der Schiedsgerichtsbarkeit NS-Raubgut stellt sich vor. Der 4. November bildet mit 13 Panels, Workshops und Führungen den inhaltlichen Schwerpunkt der Konferenz. Die Panels und Workshops verlaufen parallel im Sprengel Museum Hannover, im Landesmuseum Hannover, im Museum August Kestner und im ZeitZentrum Zivilcourage. Der 5. November widmet sich mit drei Panels länderübergreifenden Fragestellungen und Berichten aus den Länder-Arbeitsgruppen, der Schiedsgerichtsbarkeit NS-Raubgut und internationalen rechtlichen Entwicklungen.

Im Rahmen der Tagung wird ein Führungsprogramm in den beteiligten Institutionen und weiteren (Kultur-)Einrichtungen Hannovers angeboten. Ausgerichtet wird die Tagung in Kooperation mit der Landeshauptstadt Hannover, dem Landesmuseum Hannover und dem Netzwerk Provenienzforschung in Niedersachsen.
Der im Jahr 2000 gegründete und seit 2014 als Verein eingetragene Arbeitskreis Provenienzforschung e.V. ist mit über 680 Mitgliedern aus 17 Ländern die weltweit größte Vereinigung für Provenienzforschende. In 17 Arbeitsgruppen widmen sich seine Mitglieder sowohl einzelnen Unrechtskontexten als auch übergreifenden methodischen, gattungs- und länderspezifischen Fragestellungen.

Das vollständige Programm sowie Informationen zu Referent*innen und Veranstaltungsorten finden Sie auf der Tagungswebsite https://hannover2026.arbeitskreis-provenienzforschung.org. Die Tagung wird partiell per Livestream übertragen. Medienvertreter*innen können sich unter der Adresse presse@arbeitskreis-provenienzforschung.org für die Tagung akkreditieren.

Foto: Verena Maier

 

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