How to Survive
24. August 2026Kunst als Überlebensstrategie
VERLÄNGERT BIS 25.4.21
Gustav Metzger, Shusaku Arakawa und Madeline Gins, Alina Szapocznikow, Mike Kelley, Valérie Favre, An-My Lê, Tracey Emin, Martina Kresta, Jean-Pascal Flavien, Kōki Tanaka, David Horvitz, Berenice Olmedo, Elizabeth Jaeger
Ein toter, umgekehrter Baum mit den nackten Wurzeln in der Höhe und in Beton fixiert – dieses einfache, drastische Bild erfand der Künstler Gustav Metzger (1926–2017). „Mirror Tree“ (2009/2020) mahnt an die Umweltkrise, die er mit anderen Künstler*innen früh aufzeigte. Die Ausstellung vereint künstlerische Ansätze von den 1960er-Jahren bis heute, die individuelle und allgemeine Krisen auf besondere Weise bearbeitet haben und deren Fragen und Lösungen in ihren Werken überleben. Shūsaku Arakawa (1936–2010) und Madeline Gins (1941–2014) sowie Alina Szapocznikow (1926–1973) vertreten zwei weitere Positionen, die existenzielle Fragen ansprechen, die heute besonders drängend sind, sei es, in welcher Architektur wir leben, sei es, wie wir drohenden Krankheiten begegnen.
Mike Kelley (1954–2012) und Tracey Emin (*1963) sprechen mit ihrer Kunst reale wie fiktive Kindheitstraumata an: in Emins Film „Why I Never Became a Dancer“ die misogyne Umgebung im provinziellen Margate, in Kelleys Installationen zu Schulen und Hochschulen Ängste und Verletzlichkeiten Jugendlicher. Valérie Favres (*1959) Suizidbilder („Suicides“, 2003–2013) halten alle möglichen Arten des Selbstmords malerisch virtuos fest und befragen die Grenzen der Schönen Künste. An-My Lê (*1960) bearbeitet als vietnamesisch-amerikanische Fotografin ihre Herkunft anfangs, indem sie an Manövern amerikanischer Soldaten teilnimmt; heute ist sie eine bedeutende Kommentatorin der US-amerikanischen Realität. In Reaktion auf den Tsunami in Japan 2011 entstanden Kōki Tanakas (*1975) Performances und Filmprojekte, in denen das neue Erlernen von Gemeinschaften angesichts existenzieller Bedrohungen im Vordergrund steht.
Ebenso reagiert David Horvitz (*1974) auf die aktuellen Brände in Kalifornien, die ihn in Los Angeles unmittelbar betreffen. Seine Schrift aus Asche dieser Wälder mahnt, sich dem Offensichtlichen zuzuwenden. Die Flüchtigkeit seiner Werke spiegelt die eigene Relativität – vergleichbar mit Martina Kresta (*1976), die sich dem fortdauernden Zeichnen in einer Art Lebenslinie verschrieben hat. Ihre kreisförmigen Zeichnungen protokollieren ihre Zeit, ebenso wie das Scheitern und die Grenzen des eingesetzten Materials. Berenice Olmedo (*1987) fragt in ihren skulpturalen Arbeiten nach der prothetischen Natur menschlicher Existenz und nach Abhilfe mit einer ‚orthopädischen‘ Kunst. Unsere Endlichkeit ist mit der der globalen Zerstörung gekoppelt, worauf Metzger früh geantwortet hat. Im Werk der jungen Künstlerin Elizabeth Jaeger (*1988) wird dies in der suggestiven Installation „Brine“ („Salzsole“) (2019) aufgenommen, in der gläserne Fische nach Luft zu schnappen scheinen.
Die Ausstellung wird durch „How to Survive: Talks“, Gespräche, Vorträge und Filmvorführungen, erweitert und aktualisiert. Ihren Hintergrund bildet die neue Architektur von Jean-Pascal Flavien (*1971), die den existenziellen Kampf in ihrer Form aufnimmt. Dabei wird die globale Perspektive, die Metzger, Arakawa/Gins und Szapocznikow als international agierende Künstler*innen vorbereitet haben, in ihrer heutigen Bedeutung für Kunst und Leben befragt und mit dem Publikum geteilt. Zur Ausstellung erscheint eine Publikation, die auch als Print-on-Demand erhältlich sein wird.
Kuratorin: Carina Plath
Kuratorische Assistenz: Paula Schwerdtfeger
E-BOOK (ZUM KOSTENFREIEN DOWNLOAD)
hrsg. von Carina Plath
106 Seiten + Cover, 69 Abbildungen, teilweise in Farbe
E-BOOK DEUTSCH (PDF)
E-BOOK ENGLISH (PDF)
PRINT-ON-DEMAND
hrsg. von Carina Plath
Format: 21 x 29,7 cm
106 Seiten, 69 Abbildungen, teilweise in Farbe zum Selbsteinkleben
nachhaltige Klebebindung, recyceltes Papier
Preis: 7 Euro, zzgl. Versand
ZUM DIGITALEN AUSSTELLUNGSBESUCH
VIDEOSTATEMENTS DER DIGITALEN ERÖFFNUNG
Die Eröffnung der Ausstellung startet aufgrund der aktuellen Situation virtuell mit Grußworten und einer Einführung der Kuratorin Dr. Carina Plath.
Reinhard Spieler, Direktor Sprengel Museum Hannover
Belit Onay, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Hannover
Corinna Fischer, Abteilungsleiterin Kultur, Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur
Carina Plath, Kuratorin der Ausstellung, Sprengel Museum Hannover
HOW TO SURVIVE: TALKS
ZUM PROGRAMM
Bitte beachten Sie, dass das Museum temporär geschlossen ist und sich Änderungen im Begleitprogramm der Ausstellung ergeben. Untenstehend finden Sie alle Termine der digitalen Veranstaltungen aus der HOW TO SURVIVE: TALKS Reihe.
GESPRÄCH
DI, 1. DEZ, 18.30 UHR
POST-DISASTER-SOCIETIES IN JAPAN: FUKUSHIMA AND COVID-19 (engl.)
Koki Tanaka (Künstler, LA, USA / Kyoto, Japan)
mit Carina Plath (Kuratorin, Sprengel Museum Hannover)
Hier gelangen Sie zur Aufzeichnung des Gesprächs.
ZOOM-LECTURE
DI, 16. FEB, 12.00 BIS 13.00 UHR
HOW TO SURVIVE: TWO PROPOSALS FROM AUSTERITY (engl.)
Talk by Zairong Xiang, Assist. Professor of Comparative Literature and Associate Director of Art,
Duke Kunshan University, Kunshan, China, followed by an open discussion with
Paula Schwerdtfeger, Curatorial Assistant, Sprengel Museum Hannover
Hier gelangen Sie zur Aufzeichnung des Gesprächs.
ZOOM-LECTURE
DI, 2. MÄRZ, 19.00 BIS 20.00 UHR
EXHIBITION DEBATES AT THE CROSSROADS OF THE
COLD WAR: „PASSIV – EXPLOSIV“ AND „WESTKUNST“
(1981, KÖLN) (engl.)
Talk by Paz Guevara, Curator, Berlin, followed by an open discussion with Paula Schwerdtfeger, Curatorial Assistant, Sprengel Museum Hannover
Hier gelangen Sie zur Aufzeichnung des Gesprächs.
GESPRÄCH
DI, 30. MÄRZ, 18.30 UHR
ON BLACK VISUAL INTONATION (engl.)
mit Carina Plath, Kuratorin der Ausstellung "How to Survive", und Arthur Jafa, Künstler, LA, USA
LINK ZUR VERANSTALTUNG
MEETING-ID: 611 8482 8766
MEETING KENNCODE: 412000
LECTURE PERFORMANCE
DI, 13. APRIL, 18.30 UHR
TIMING ANONYMITY. THE CALAIS JUNGLE PROJECT (frz.)
Guy Woueté, Künstler, Antwerpen, Belgien / Douala, Kamerun
LINK ZUR VERANSTALTUNG
MEETING-ID: 637 9781 3190
MEETING KENNCODE: 412000
GESPRÄCH
DI, 20. APRIL, 18.30 UHR
LE BUREAU DES SUICIDES
Valérie Favre, Künstlerin, Berlin, und Prof. em. Dr. Thomas Macho, IFK Internationales Forschungszentrum, Kulturwissenschaften, Kunstuniversität Linz, Wien
LINK ZUR VERANSTALTUNG
MEETING-ID: 655 1139 4173
MEETING KENNCODE: 412000
DIE AUSSTELLUNG WIRD GEFÖRDERT DURCH






