Detailansicht einer farbenfrohen Holzskulptur von Phyllida Barlow, ausgezeichnet mit dem Kurt Schwitters Preis, NSKS

PHYLLIDA BARLOW

11. November 2022

BREACH
KURT SCHWITTERS PREIS 2022 DER NIEDERSÄCHSISCHEN SPARKASSENSTIFTUNG

15.10.22 BIS 19.3.23

WIR TRAUERN UM PHYLLIDA BARLOW
Die Mitarbeiter*innen des Sprengel Museum Hannover sind bestürzt über den plötzlichen Tod Phyllida Barlows, die wir vor einigen Wochen noch voller Tatendrang und Energie beim Aufbau ihrer Arbeit „Breach“ in unserer Ausstellungshalle erleben durften. Unsere Gedanken sind bei Ihrem Mann, ihren Kindern, ihren Enkelkindern; bei ihrer großen Familie. Wir behalten Phyllida Barlow als herausragende Künstlerin in Erinnerung und haben großen Respekt vor ihrem Lebenswerk, das unzählige Künstler*innen inspirierte.

Reinhard Spieler:„Was für ein Verlust für die Kunstwelt! Gerade noch hat sie als Kurt-Schwitters-Preisträgerin 2022 im Sprengel Museum Hannover eine der eindrücklichsten Arbeiten in der Geschichte des Museums eingerichtet. Als Mensch wie als Künstlerin hat sie das Herz unseres Museums erobert und wir verneigen uns in großer Dankbarkeit vor ihr. Unser ganzes Mitgefühl gilt ihrer Familie.“

Phyllida Barlow, Jahrgang 1944, ist Preisträgerin des Kurt Schwitters Preis 2022 der Niedersächsischen Sparkassenstiftung. Ihr beeindruckendes Kunstwerk „Breach“ hatte sie vergangenen Oktober im Rahmen der Ehrung mit ihrem Team im Sprengel Museum Hannover errichtet. Es ist dort noch bis zum 19. März zu sehen.


WECHSELAUSSTELLUNGSHALLE

KURATORINNENFÜHRUNG MIT CARINA PLATH >

Die britische Bildhauerin Phyllida Barlow ist Preisträgerin des KURT SCHWITTERS PREIS 2022 der Niedersächsischen Sparkassenstiftung. Im Sprengel Museum Hannover, das allen Preisträger*innen seit 2000 im Rahmen der Auszeichnung eine Ausstellung widmet, präsentiert sie ihre neueste, eigens für das Haus entworfene raumgreifende Installation BREACH. In der Wechselausstellungshalle, die mehr als 700 Quadratmeter misst, zeigt sich Barlows Arbeit über die gesamte Diagonale des Raumes: Unzählige Materialien wie Bauholz, Beton, Farbe, Pappe, Gips und Stoff fügt die Künstlerin zu einem Ganzen zusammen. Das in Umfang und Größe überbordende Kunstwerk präsentiert das Sprengel Museum Hannover ab dem 15. Oktober 2022.

Phyllida Barlow, geboren 1944 in Newcastle upon Tyne, lebt und arbeitet in London. Barlow gilt als eine der wichtigsten Bildhauerinnen der Gegenwart. Ihre unüberschaubaren, raumgreifenden Installationen stellt sie in der Regel aus einfachen Materialien her. Nach ihrem Beitrag für den Britischen Pavillon der Biennale Venedig 2017 und ihrer großen retrospektiven Schau im Haus der Kunst in München 2021 realisiert Barlow eine neue, physisch mehr als präsente Arbeit in Hannover: eine temporäre Skulptur, die mit ihrer verdichteten Materialität den Ausstellungsraum aktiviert.

Kuratorin Carina Plath über die Arbeit von Phyllida Barlow:

„Der Monumentalität wohnt sicherlich auch etwas Pathos inne. So, wie Barlows bunte und sperrige Werke allen Regeln der Statik zu widersprechen scheinen, steckt in jedem von ihnen jedoch auch eine Offenheit für Fortführungen. Fragil und unvollendet wirkend, tragen ihre Installationen auf humorvolle Art zugleich ein mögliches Scheitern in sich. Skulptur ist damit ebenso präsent wie in Frage gestellt.“

BREACH
Barlows Installation fußt auf ihrer Idee, die Diagonale des großen Ausstellungssaals des Sprengel Museum Hannover zu bespielen. Der Titel BREACH betont das Durchstoßen des Raumes, seinen Bruch. Den Raum sowie die Konventionen zu durchbrechen sei eine Herausforderung, der sich die Künstlerin selbst ständig stelle, so Carina Plath:

„Barlows Arbeit an einem Werk ist ein fortlaufender Prozess der Materialisierung mit unbekanntem Ende. Der Prozess ist Teil des Werks. Diese Unruhe, der Reichtum der Rohstoffe und der unbeherrschbare Maßstab provozieren Reaktion und Bewegung. Im besten Fall wird BREACH uns nicht zufrieden stellen, aber umtreiben“, so Plath weiter.

KURT SCHWITTERS PREIS
Johannes Janssen, Stiftungsdirektor der Niedersächsischen Sparkassenstiftung, erläutert:

„Die Niedersächsische Sparkassenstiftung verleiht den mit 30.000 Euro dotierten KURT SCHWITTERS PREIS seit 1996 alle zwei Jahre an international renommierte Künstlerinnen und Künstler, deren Werk einen Bezug zum künstlerischen Schaffen von Kurt Schwitters aufweist. Mit Phyllida Barlow zeichnet die Stiftung eine Künstlerin aus, die mit ihrem Werk traditionelle bildhauerische Konzepte in Frage stellt und damit wichtige Impulse für die zeitgenössische Kunst gesetzt hat. Die Niedersächsische Sparkassenstiftung ermöglicht mit dem KURT SCHWITTERS PREIS zudem im Sprengel Museum Hannover eine bundesweit ausstrahlende Ausstellung, für die Phyllida Barlow eigens die beeindruckende Installation BREACH geschaffen hat.“

Eine international besetzte Jury kürt die Preisträger*innen.

Mitglieder Jury 2022: Suzanne Cotter, Direktorin, Museum für zeitgenössische Kunst, Sydney; Tone Hansen, Direktorin, Munch Museum Oslo; Johannes Janssen, Direktor, Niedersächsische Sparkassenstiftung, Hannover; Frances Morris, Direktorin, Tate Modern, London; Joanna Mytkowska, Direktorin, Muzeum Sztuki Nowoczesnej, Warschau; Stephanie Rosenthal, Direktorin, Guggenheim Abu Dhabi; Reinhard Spieler, Direktor, Sprengel Museum Hannover (Vorsitzender).

Mit dem KURT SCHWITTERS PREIS wurden bislang ausgezeichnet:
Robert Filliou / Sigmar Polke / Tomas Schmit / Nam June Paik / Raymond Hains / Thomas Schütte / Gary Hill / James Coleman / Joep van Lieshout / Rodney Graham / Tacita Dean / Thomas Hirschhorn / Elaine Sturtevant / Pierre Huyghe / Theaster Gates / Mika Rottenberg / Phyllida Barlow

Kuratorin: Carina Plath


Eröffnung

Freitag, 14.10.22, 19.00 Uhr

Begrüßung: Reinhard Spieler, Direktor Sprengel Museum Hannover; Laudatio: Frances Morris, Direktorin Tate Moder, London; Einführung: Carina Plath, Kuratorin der Ausstellung; Preisübergabe: Johannes Janssen, Stiftungsdirektor Niedersächsische Sparkassenstiftung

Eine Anmeldung ist leider nicht mehr möglich.

 

Begleitveranstaltung

KÜNSTLERINNENGESPRÄCH

Samstag, 15.10.22, 15.00 Uhr

Phyllida Barlow im Gespräch mit Carina Plath, Kuratorin der Ausstellung
Museumseintritt: 7 Euro, ermäßigt 4 Euro, zzgl. Führung: 1 Euro

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