Zerstörte Straße aus dem Film 'Heimat ist ein Raum aus Zeit' von Thomas Heise

Thomas Heise. Heimat ist ein Raum aus Zeit

25. August 2020

In der Reihe “Familienbande”

25.8. BIS 1.11.20

Blue Box

Was bedeuten Familie, Herkunft, Tradition? Betrachten wir sie als Mitgift, von der wir zehren, oder fesseln sie uns eher gegen unseren Willen? Dem geht eine Reihe von vier Filmen unterschiedlicher Herkunft und Thematik nach.

In seinem monumentalen Dokumentarfilm Heimat ist ein Raum aus Zeit folgt Thomas Heise über dreieinhalb Stunden hochkonzentriert den biografischen Spuren seiner eigenen Familie über vier Generationen. Privatestes und Gesellschaftliches, Zerrissenheiten und Kontinuitäten durchdringen einander. Liebende, Väter, Mütter, Söhne, Brüder und Freunde sprechen mit der Stimme Thomas Heises aus verschiedensten Quellen. Währenddessen geht die Kamera in suggestiver Langsamkeit vergilbenden Fotografien nach, dokumentiert in unerbittlicher Dauer Namenslisten von Deportierten und bewegt sich in realen Erinnerungsräumen. Sie sammelt und verwebt in entschiedener Ruhe und poetischer Bildgenauigkeit sich durchwuchern-de Spuren von Zeiten.

HEIMAT IST EIN RAUM AUS ZEIT ist eine Collage aus Bildern, Tönen, Briefen, Tagebüchern, Notizen, Geräuschen, Stimmen, Fragmenten, ist ein Nachdenken über die Zeit und die Liebe in ihr. Die Reise beginnt mit einem Schulaufsatz des 14-jährigen Wilhelm Heise, Großvater des Filmemachers, aus dem Jahr 1912 mit den Worten: „Ein furchtbar wütend Schrecknis ist der Krieg. Die Erde schlägt er, und den Hirten,“ und führt zu einem Nachdenken über den gegenwärtigen Kampf der Armen gegen die Ärmsten, über einen "Krieg um Schwimmwesten und Plätze in den Rettungsbooten, von denen niemand weiß, wo sie noch landen können, außer an kannibalischen Küsten" (Heiner Müller,1992).
„Immer bleibt ein Rest, der nicht aufgeht,“ sagt Thomas Heise.

Gewinner des Deutschen Dokumentarfilmpreises 2019, des Caligari-Filmpreises 2019, des Meilleur long métrage de la Compétition Internationale Visions du Réel Nyon 2019, des Chantal Akerman Award Jerusalem Film Festival 2019, des The Avner Shalev - Yad Vashem Chairman’s Award For Artistic Achievement In Holocaust-Related Film Jerusalem Film Festival 2019, des Special Jury Prize – International Feature RIDM Montréal 2019.

Für die Blue Box ausgewählt von Inka Schube, Kuratorin für Fotografie und Medienkunst im Sprengel Museum Hannover.

 

"Familienbande" - Filmreihe in der Blue Box 2020
 

Danwen Xing, Thread, 2018
Zweikanalvideo, Ton, 11:30 min
24.1. bis 9.8.20

Thomas Heise, Heimat ist ein Raum aus Zeit, 2019
Ton, 218 min
25.8. bis 1.11.20

Elke Margarete Lehrenkrauss, Lovemobil, Deutschland 2019
Ton, 103 min
6.11.20 bis 31.1.21

Anetta Mona Chişa & Lucia Tkáčová, When you’re Adibas and you’re dreaming of becoming Adidas, 2011 – 2018
Ton, 20:24 min
5.2. bis 2.5.21

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